Pragmatismus 5
Naturalizing Minds: Genealogies of Thought in Hume and Nietzsche
In Hume and Nietzsche. Peter Kail und Paolo Stellino (Hrsg.). Oxford: Oxford University Press.
Der Text argumentiert, dass die Einsicht in die genealogische Ausprägung des methodologischen Pragmatismus bei Hume und Nietzsche verdeutlicht, wie beide eine simplifizierende Gleichsetzung von Bedeutung, Wahrheit oder Wert mit reinen Wirkungszusammenhängen umgehen.
Genealogie, methodologischer Pragmatismus, Hume, Nietzsche, 18. Jahrhundert, Wahrheit
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Nietzsche’s Conceptual Ethics
Inquiry 66 (7): 1335–1364. Tagungsband der International Society of Nietzsche Studies. 2023. doi:10.1080/0020174X.2022.2164049
Obwohl Nietzsche zwei scheinbar gegensätzliche Weisen der Begriffsbewertung zu verfolgen scheint – die eine richtet sich auf die Wirkungen von Begriffen, die andere auf das, was Begriffe ausdrücken –, entwickelt dieser Aufsatz eine Darstellung des expressiven Charakters von Begriffen, die beide Weisen vereint und einen leistungsfähigen Ansatz für praktische Überlegungen dazu liefert, welche Begriffe zu verwenden sind.
Begriffsethik, Conceptual Engineering, Genealogie, Naturalismus, Umwertung der Werte, Expressivismus
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The Practical Origins of Ideas: Genealogy as Conceptual Reverse-Engineering
Oxford: Oxford University Press. 2021. doi:10.1093/oso/9780198868705.001.0001
Warum wurden so hoch abstrakte Ideen wie Wahrheit, Wissen oder Gerechtigkeit für uns so wichtig? Wozu kam es, in diesen Begriffen zu denken? In The Practical Origins of Ideas präsentiert Matthieu Queloz eine philosophische Methode, die solche Fragen beantworten soll: die Methode der pragmatischen Genealogie. Pragmatische Genealogien sind teils fiktionale, teils historische Erzählungen, die erkunden, was uns dazu gebracht haben könnte, bestimmte Ideen zu entwickeln, um herauszufinden, was sie für uns leisten. Das Buch legt eine unterschätzte Tradition pragmatischer Genealogie frei, die die analytisch–kontinentale Grenze überschreitet, von den Naturzustandserzählungen David Humes und den frühen Genealogien Friedrich Nietzsches bis zu neueren Arbeiten der analytischen Philosophie von Edward Craig, Bernard Williams und Miranda Fricker. Diese Genealogien verbinden jedoch Fiktionalisierung und Historisierung auf eine Weise, die selbst Philosophen, die der Verwendung von Naturzustandsfiktionen oder realer Geschichte gegenüber aufgeschlossen sind, oft rätselhaft erschienen ist. Um zu verstehen, warum sowohl Fiktionalisierung als auch Historisierung erforderlich sind, entwickelt das Buch eine systematische Theorie pragmatischer Genealogien als dynamische Modelle, die dazu dienen, die Punkte von Ideen rückzuentwickeln – im Hinblick nicht nur auf nahezu universelle menschliche Bedürfnisse, sondern auch auf sozial‑historisch situierte Bedürfnisse. So kann die Methode Erklärung ohne Reduktion bieten und verständlich machen, was unsere Ideen dazu brachte, die Spuren ihrer praktischen Ursprünge abzulegen. Weit davon entfernt, normativ inert zu sein, kann pragmatische Genealogie zudem den Raum der Gründe beeinflussen, indem sie Versuche anleitet, unser begriffliches Repertoire zu verbessern und uns hilft zu bestimmen, ob und wann unsere Ideen es wert sind, beibehalten zu werden.
conceptual engineering, genealogie, pragmatismus, geschichte, wahrheit, wissen
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From Paradigm-Based Explanation to Pragmatic Genealogy
Mind 129 (515): 683–714. 2020. doi:10.1093/mind/fzy083
Warum sollten Philosophinnen und Philosophen, die sich für die Punkte oder Funktionen unserer begrifflichen Praktiken interessieren, sich mit genealogischen Erklärungen befassen, wenn sie sich auch direkt auf paradigmatische Beispiele der Praktiken konzentrieren können, die wir heute haben? Der Aufsatz nennt drei Gründe dafür, warum der genealogische Ansatz seine Berechtigung hat, und formuliert Kriterien dafür, wann er angezeigt ist.
Erklärung, Funktionen, Genealogie, Geschichte, Historiographie, Methodologie
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Nietzsche’s Pragmatic Genealogy of Justice
British Journal for the History of Philosophy 25 (4): 727–49. 2017. doi:10.1080/09608788.2016.1266462
Untersucht Nietzsches Auffassung, dass das Ideal der Gerechtigkeit eine kontingente politische Entwicklung ist, die erst entsteht, wenn Parteien ungefähr gleicher Macht ein System von Austausch und Vergeltung brauchen, um eine wechselseitig gesicherte Zerstörung zu vermeiden; damit ist die Anwendbarkeit von Gerechtigkeitsnormen ursprünglich an Machtverteilungen gebunden. Diese Perspektive fasst Gerechtigkeit als eine von Menschen geschaffene Lösung für das wiederkehrende Problem sozialer Ordnung. Das Verständnis dieser Ursprünge vindiziert Gerechtigkeit als eine unverzichtbare Erfindung für das soziale Leben.
Genealogie, Macht, politische Philosophie, 19. Jahrhundert, Gerechtigkeit, Nietzsche
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