Politische-Theorie 3
Dropping Anchor in Rough Seas: Co-Reasoning with Personalized AI Advisors and the Liberalism of Fear
Philosophy & Technology 38 (170): 1–7. 2025. Eingeladener Kommentar. doi:10.1007/s13347-025-01006-z
Eine politische Kritik an personalisierten KI‑Beratern aus der Perspektive des Liberalismus der Furcht. Hebt die involvierten Machtasymmetrien hervor und argumentiert, dass Personalisierung die Gefahr birgt, Dominanz zu stabilisieren, indem strukturelle Ungerechtigkeiten in individualisierte, aspirationale Herausforderungen übersetzt werden. Anschliessend werden drei politische Beschränkungen für personalisierte KI vorgeschlagen: der Vorrang der Nicht-Beherrschung, die öffentliche Bestreitbarkeit operativer Normen und die Anerkennung nicht‑personalisierbarer bürgerschaftlicher Lasten.
KI, KI-Ethik, Deliberation, Liberalismus, Liberalismus der Furcht, Nichtbeherrschung
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Theorizing the Normative Significance of Critical Histories for International Law
Journal of the History of International Law 24 (4): 561–587. 2022. Mit Damian Cueni. doi:10.1163/15718050-12340207
Behandelt die Frage, ob die belastete Geschichte des Völkerrechts unsere heutige Bewertung beeinflussen sollte. Er argumentiert, dass kritische Geschichtsschreibungen ihre Wirkung auf drei Hauptweisen entfalten: indem sie die historischen Ansprüche untergraben, die die Autorität einer Praxis stützen; indem sie die normativen Erwartungen verfehlen, die Lesende an die Vergangenheit herantragen; und indem sie die funktionalen Kontinuitäten nachzeichnen, die vergangene Probleme mit der Gegenwart verbinden. Der Rahmen erklärt, wie Geschichte normativ bedeutsam sein kann, selbst wenn ihr direkter Einfluss auf juristische Argumentation unklar ist.
Genealogie, Historiographie, Legitimität, Rechtsphilosophie, Methodologie, politische Theorie
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Revealing Social Functions through Pragmatic Genealogies
In Social Functions in Philosophy: Metaphysical, Normative, and Methodological Perspectives. Rebekka Hufendiek, Daniel James und Raphael Van Riel (Hrsg.), 200–218. London: Routledge. 2020. doi:10.4324/9780429435393
Der Aufsatz argumentiert, dass Naturzustandsnarrative, gelesen als dynamische Modelle statt als Geschichtsschreibung, sichtbar machen können, wie zentrale normative Praktiken kollektive Bedürfnisse nach Koordination, Konfliktbewältigung und Nicht-Dominierung erfüllen. Anknüpfend an Humes Genealogie der Gerechtigkeit, Williams’ Genealogie der Wahrhaftigkeit und verwandte Arbeiten zeigt er, wie Begriffe wie Eigentum, Wissen und testimoniale Gerechtigkeit soziale Kooperation und politische Legitimität tragen. Damit bietet er der Sozial- und politischen Philosophie eine Möglichkeit, sowohl die Persistenz von Ideen und Institutionen als auch die Gründe zu erklären, auf deren Grundlage sie kritisiert werden können.
Koordination, Genealogie, Geschichte, Hume, Nietzsche, politische Philosophie
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