Doing History Philosophically and Philosophy Historically
Mit Marcel van Ackeren. In Bernard Williams on Philosophy and History. Marcel van Ackeren und Matthieu Queloz (Hrsg.), 14–30. Oxford: Oxford University Press. 2025. doi:10.1093/9780191966361.003.0003
Es werden vier verschiedene Verbindungen zwischen Philosophie und Geschichte unterschieden: (1) Die Philosophie kann ihre eigene Geschichte nicht auf die Weise ignorieren, wie es die Wissenschaft (und namentlich die Naturwissenschaft) kann. (2) Wenn man sich mit der Geschichte der Philosophie befasst, primär um Geschichte zu schreiben, muss man dennoch auf die Philosophie zurückgreifen. (3) Selbst wenn man Philosophiegeschichte philosophisch betreibt – das heisst, primär um Philosophie zu produzieren –, bedarf es eines ausgeprägten Sinns für die historische Distanz der vergangenen Philosophen zu uns; denn der Zweck ihrer Lektüre besteht darin, sich mit etwas zu konfrontieren, das sich von der Gegenwart unterscheidet. (4) Die systematische Philosophie selbst muss historisch betrieben werden, indem sie sich nicht zwangsläufig mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzt, sondern mit der Geschichte der Begriffe, die sie zu verstehen sucht.
Methodologie, Historiographie, Metaphilosophie, Geschichtsphilosophie, analytische Philosophie, 20. Jahrhundert
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Making Past Thinkers Speak to Us Through Pragmatic Genealogies
In Historiography and the Formation of Philosophical Canons. Sandra Lapointe und Erich Reck (Hrsg.), 171–191. New York: Routledge. 2023. doi:10.4324/9781003184294-9
Anstatt Hobbes und Hume so zu behandeln, als beantworteten sie dieselben Fragen wie wir heute, schlägt dieser Aufsatz vor, von den praktischen Zwangslagen auszugehen, auf die ihre politischen Begriffe in ihrer Zeit reagierten. Humes Darstellung des Eigentums und Hobbes’ Darstellung souveräner Macht werden als historisch lokale, aber strukturell aufschlussreiche Antworten auf Zwangslagen – Konflikt, Sicherheit und Kooperation – rekonstruiert, die unser politisches Leben weiterhin strukturieren.
Historiographie, Geschichte, Hume, Frühe Neuzeit, 18. Jahrhundert, politische Philosophie
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The Shaken Realist: Bernard Williams, the War, and Philosophy as Cultural Critique
European Journal of Philosophy 31 (1): 226–247. 2023. Mit Nikhil Krishnan. doi:10.1111/ejop.12794
Bietet eine neue Lesart von Ethics and the Limits of Philosophy, indem sie die weiter reichenden kulturellen Resonanzen des Buches herausarbeitet. Weit davon entfernt, bloss eine Kritik akademischer Tendenzen zu sein, erweist sich das Buch als eine Auseinandersetzung mit ethischen Fragen, die im Gefolge des Zweiten Weltkriegs besondere Dringlichkeit erhielten: die Primatstellung des Charakters gegenüber der Methode, die Pflicht, Befehlen zu folgen, und die Möglichkeit, Wahrheit, Wahrhaftigkeit und ein sinnvolles Leben zu verbinden.
Kulturkritik, Ethik, analytische Philosophie, Autorität, 20. Jahrhundert, britische Philosophie
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Does Philosophy Have a Vindicatory History? Bernard Williams on the History of Philosophy
Studia Philosophica 76: 137–52. 2017. doi:10.24894/StPh-en.2017.76008
Entfaltet Williams’ Vorschlag, dass die Philosophie, wenn sie ihre Geschichte ignoriert, damit voraussetzt, ihre Geschichte sei vindizierend. Der Aufsatz will eine fruchtbare Untersuchungslinie zur Frage eröffnen, ob die Philosophie eine vindizierende Geschichte hat, indem er eine Karte möglicher Antworten entwirft. Zunächst unterscheidet er drei Arten von Geschichte: Entdeckungsgeschichte, Fortschrittsgeschichte und Veränderungsgeschichte. Anschliessend legt er nahe, dass grosse Teile der Philosophie aus Gründen, die ihren Charakter als geisteswissenschaftliche Disziplin widerspiegeln, keine vindizierende Geschichte besitzen.
Historiographie, Metaphilosophie, Geschichtsphilosophie, analytische Philosophie, 20. Jahrhundert, Williams
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