Erkenntnistheorie 6

Why We Care about Understanding: Competence through Predictive Compression

Mit Pierre Beckmann.

Entwirft eine einheitliche Theorie des Verstehens, indem die Funktion sowohl des Zustands als auch des Begriffs mittels Reverse Engineering rekonstruiert wird. Argumentiert, dass uns Verständnis wichtig ist, weil es robuste Kompetenz begründet. Unser Begriff des Verstehens hat sich als effizientes Proxy entwickelt, um diese schwer fassbare Eigenschaft zu verfolgen, sodass wir erkennen können, wem wir vertrauen und von wem wir lernen sollten. Das macht die Sozialität des Verstehens sichtbar und zeigt, wie sie den Charakter menschlichen Verstehens prägt. Verständnis ist das Ergebnis konvergierender Kräfte, die uns dazu drängen, die Welt mithilfe kognitiver Modelle vorherzusagen, die nicht nur akkurat, sondern auch hinreichend komprimiert sind, um gespeichert, demonstriert und weitergegeben werden zu können.

Erkenntnistheorie, KI, Verständnis, Begriffswandel, Kompression, Kompetenz

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How Genealogies Can Affect the Space of Reasons

Synthese 197 (5): 2005–2027. 2020. doi:10.1007/s11229-018-1777-9

Versuche, Gründe aus Behauptungen über die Genese von etwas abzuleiten, gelten oft als genetischer Fehlschluss: Sie verwechseln Genese und Rechtfertigung. Eine Möglichkeit für Genealogien, diesem Einwand auszuweichen, besteht darin, sich auf die funktionalen Ursprünge von Praktiken zu konzentrieren. Das ruft jedoch einen zweiten Einwand hervor: Der Versuch, aus der ursprünglichen Funktion auf die heutige Funktion zu schliessen, leide an einem Kontinuitätsbruch – die Bedingungen, auf die etwas ursprünglich reagierte, bestehen nicht mehr. Der Aufsatz zeigt, wie normativ ambitionierte Genealogien beide Probleme vermeiden können.

Genealogie, Bernard Williams, Craig, Erkenntnistheorie, Normativität, Raum der Gründe

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Genealogy and Knowledge-First Epistemology: A Mismatch?

The Philosophical Quarterly 69 (274): 100–120. 2019. doi:10.1093/pq/pqy041

Timothy Williamsons Knowledge‑First‑Erkenntnistheorie behauptet, dass der Wissensbegriff primitiv und erklärungsmässig fundamental ist. Das scheint wenig Raum für Versuche zu lassen, eine genealogische Erklärung des Wissensbegriffs zu geben – erst recht nicht für solche, die die Entstehung des Wissensbegriffs, wie bei E. J. Craig, in Begriffen des Glaubensbegriffs erklären. Ich argumentiere jedoch, dass Craigs Genealogie des Wissensbegriffs nicht nur mit der Knowledge‑First‑Erkenntnistheorie vereinbar ist, sondern sie tatsächlich stützt.

Craig, Erkenntnistheorie, Genealogie, Methodologie, Williams, Wissen

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Wittgenstein on the Chain of Reasons

Wittgenstein-Studien 7 (1): 105–30. 2016. doi:10.1515/witt-2016-0108

Dieser Artikel untersucht Wittgensteins Konzeption der Rationalität anhand des zentralen Bildes der „Kette“ und argumentiert, dass Gründe nicht durch intrinsische Eigenschaften definiert sind, sondern durch ihre relationale Rolle, Handlungen verständlich zu machen. Der Autor vertritt die These, dass Ketten von Gründen – im Gegensatz zu Kausalketten – notwendigerweise endlich und in gemeinschaftlichen Praktiken des Gründegebens verankert sind, was bedeutet, dass die Rechtfertigung unvermeidlich an den Grenzen eines spezifischen Sprachspiels endet. Schließlich legt der Beitrag nahe, dass diese endliche Struktur die Handelnden von der irreführenden Erwartung einer unendlichen Rechtfertigung befreit, während sie gleichzeitig die Reichweite von Gründen auf jene spezifischen Praktiken beschränkt, die sie stützen.

Handlungstheorie, Wittgenstein, Gründe und Ursachen, Philosophie des Geistes, Erklärung, Rechtfertigung

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